24.07.18

2017: bislang tödlichstes Jahr für Umweltschützer

2017 wurden weltweit  207 Umweltschüzter getötet. Drei Viertel der Opfer waren Indigene. 60% der Morde passierten in Lateinamerika, vor allem Brasilien, Kolumbien, Mexiko. In Asien sind die Philippinen am stärksten betroffen mit 48 Ermordungen.  Zu den Opfern zählen Aktivisten, die sich für Naturschutz-Organisationen einsetzten und Menschen, beispielsweise Mitglieder indigener Stämme oder Bauern, die sich gegen eine Übernahme ihre Landes wehrten.  Das geht aus der heute veröffentlichten Studie “At what cost” der NGO Global Witness hervor. Die meisten Opfer seien dieses Jahr Aktivisten gewesen, die sich gegen landwirtschaftliche Projekte gestellt haben. 2016 waren es vor allem Naturschützer in Verbindung mit Bergbau-Projekte.

Mit Gewalt beschmutzte Konsumgüter in unseren Supermarktregalen
Der Agro-Business Bereich forderte 2017 die meisten Opfer und steht im Zusammenhang mit der Produktion von Milchprodukten, Rindfleisch, Baumwolle, Palmöl, Soja und Rohrzucker, Produkte die auch in unseren Supermarktregalen in Europa landen. Laut Global Witness, die seit dem Jahr 2002 Todesfälle von Umweltaktivisten erfasst, gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen der Gewalt und den wichtigsten Konsumgütern, es gehe um “Palmöl für Shampoo, Soja für die Rinder oder Holz für unsere Möbel”.

In 53 Fällen seien Polizisten oder Soldaten für den Tod der Aktivisten verantwortlich. Aber auch in anderen Fällen sei möglicherweise der Staat verantwortlich. Zur Gewalt gegen Umweltschützer gehören aber auch Todesdrohungen, Einschüchterung, Festnahmen, Cyberattacken, sexuelle Gewalt und juristische Klagen. Die ASTM Partnerorganisationen kennen diese traurige Realität.

Mehr Verantwortlichkeit für Unternehmen
Abschliessend ruft Global Witness die Verbraucher dazu auf, ihre Regierungen und die Unternehmen dazu zu drängen, sicherzustellen, dass es entlang der Zuliefererkette keine Menschenrechtsverletzungen gibt.

Mehr zur Studie hier >>

Download (PDF, 3.04MB)

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