01.03.17

Global Waste Picker’s Day – ASTM Partner CHINTAN unterstützt Müllsammler in Indien

Am 1. März ist Global Waste Pickers’ Day. Der internationale Müllsammlertag soll an 11 Arbeiter erinnern, die 1992 in Kolumbien brutal ermordert wurden und steht für den Kampf um die Anerkennung der Arbeit und bessere Arbeitsbedingungen. Das betrifft heute weltweit über 50 Millionen Menschen.

Beruf “Waste Picker” bzw. “Lebens-Recycler”
Müll sammeln, sortieren und recyceln – was bei uns oft nebenbei erledigt wird, ist in Asien und Lateinamerika eine häufige Methode, den Lebensunterhalt zu verdienen. So häufig, dass weltweit etwa ein Prozent der Bevölkerung Abfall sortiert und davon lebt. Die Müllsammler verdienen in asiatischen Ländern meist nicht mehr als vier US-Dollar am Tag, im südamerikanischen Raum sind es zwischen fünf und zwanzig. Oft ist die ganze Familie von diesem Einkommen abhängig. Trotz des relativ geringen Ansehens und Verdienstes haben sich Müllsammler sowohl in Asien als auch in Südamerika in Organisationen zusammengetan. Der Beruf “waste picker” ist mittlerweile in vielen Ländern offiziell anerkannt. Im spanisch sprachigen Raum wird der Beruf oft gar nicht “Müllsammler”, sondern “Lebens-Recycler” genannt.

Vom 22. – 29. September 2016 waren Bharati Chaturvedi, Gründerin und Direktorin der Chintan Environmental Research and Action Group, und Jai Prakash “Santu” Choudhary, Sekretär des Safai Sena Müllsammler-Verbands in Indien, der eng mit Chintan zusammenarbeitet, zu Besuch in Luxemburg. Hier mit der luxemburgischen Umweltministerin Carole Dieschburg.

ASTM Partner CHINTAN : Kampf um Anerkennung und bessere Lebensbedingungen
Action Solidarité Tiers Monde unterstützt seit 2010 die indische NGO CHINTAN, die sich seit über 17 Jahren für eine umweltgerechte Müllentsorgung in Indiens Grossstädten und eine Aufwertung und wirtschaftliche Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung der Müllsammler in Delhi einsetzt. Allein in Delhi wir die Zahl der Müllsammler auf 200.000 geschätzt. Sie vermindern nicht nur das Müllvolumen, sondern auch, durch die Wiederverwertung vieler Ressourcen, den Ausstoß von Treibhausgasen. Doch für ihre Arbeit anerkannt, werden sie nicht. «  Wer seinen Lebensunterhalt mit Müll verdient, ist am unteren Ende der gesellschaftlichen Skala », erklärte uns die Gründerin der Organisation Bharati Chatuverdi als sie im September letzten Jahres zu Besuch in Luxemburg war. Dass Menschen mit Müll ihren Lebensunterhalt verdienen, indem sie Müll sammeln, sortieren und recyclen hat in Indien eine lange Tradition. Doch den Müllsammlern angemessene Lebensbedingungen zu schaffen, ist eine junge Aufgabe.

 

 

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