05.06.13

Es wird Zeit, die gescheiterte Agrokraftstoff-Politik der EU in Ordnung zu bringen!

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Offener Brief an den Wirtschaftsminister, den delegierten Nachhaltigkeitsminister und die Europa-Abgeordneten Luxemburgs

 

Es wird Zeit, die gescheiterte Agrokraftstoff-Politik der EU in Ordnung zu bringen!

 

 

 

Sehr geehrter Herr Wirtschaftsminister,

sehr geehrter Herr delegierter Nachhaltigkeitsminister,

sehr geehrte Europa-Abgeordnete,

 

wir möchten hiermit unsere Besorgnis hinsichtlich der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kosten der europäischen Agrokraftstoffpolitik zum Ausdruck zu bringen. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um die Verwendung von Agrokraftstoffen aufzuhalten, die wenig bzw. keinen Nutzen für das Klima bringen und in Konkurrenz zur Lebensmittelherstellung stehen.

 

Forschungen belegen, dass die Nutzung von Agrokraftstoffen zur Zerstörung von lebenswichtigen Ökosystemen und Kohlenstoffspeichern führt. Viele Agrokraftstoffe, die in Europa verwendet werden, verursachen sogar noch höhere Treibhausgasemissionen als fossile Brennstoffe. Wenn keine Maßnahmen getroffen werden, wird dies zur Erhöhung der CO2-Emissionen im Transportsektor führen.

 

Die wachsende Nachfrage nach Agrokraftstoffen bringt die Gefahr von Landnahmen und der zunehmenden Volatilität der Lebensmittelpreise mit sich. Dadurch wird Armut und Hunger für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungen verschlimmert.

Der europäische Steuerzahler trägt für diese Fehlentwicklungen die Kosten von jährlich 10 Milliarden Euro.

 

Zehn führende internationale Organisationen, darunter die OECD, die Weltbank, der IWF und die FAO haben dazu aufgerufen, dass die G20-Regierungen Bestimmungen aufheben, die den Verbrauch von Agrokraftstoffen subventionieren oder verpflichtend vorschreiben.

 

Wir appellieren an Sie, für Reformen zu stimmen, um die zunehmende Verwendung von nicht nachhaltigen Agrokraftstoffen zu stoppen. Dazu gehört, die Klimafolgen in vollem Umfang zu berücksichtigen, einschließlich der Emissionen aus indirekten Landnutzungsänderungen, und die verpflichtende Verwendung und die finanzielle Förderung von Agrokraftstoffen zu beenden.

 

Europa braucht den Wechsel zu einer wahrhaftig grünen Verkehrspolitik: der Ausbau des öffentlichen Transports und der Elektromobilität, effizientere Fahrzeuge sowie nachhaltig produzierte Agrokraftstoffe auf Basis von Abfällen. Dies sind Lösungen mit einem echten wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Nutzen.

 

 

Die unterzeichnenden Organisationen:

 

Action Solidarité Tiers Monde

Bio-Lëtzebuerg

Bridderlech Deelen

Caritas Luxembourg

Centre for Ecological Learning Luxembourg asbl

Cercle de Coopération

Commission luxembourgeoise Justice et Paix

Eglise catholique à Luxembourg

etika

Eurosolar Lëtzebuerg

Fairtrade Lëtzebuerg

Frères des Hommes

Greenpeace Luxemburg

Mouvement Écologique

natur&ëmwelt a.s.b.l.

Vegan Society Luxembourg

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