07.11.17

#COP23 zu Bonn und was sie leisten soll

Vom 6. bis zum 17. November findet die COP23 unter der Präsidentschaft von Fidschi in Bonn statt. Zum ersten Mal hat ein pazifisches Land und ein Mitglied der Allianz der kleinen Inselstaaten den Vorsitz der internationalen Klimaverhandlungen. Fidschi hat eine besondere Chance, die Interessen der vom Klimawandel betroffenen Regionen und Menschen in den Klimagipfel einzubringen und sie ins Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit zu stellen. Dietmar Mirkes, ASTM-Koordinator für Klima-Impakt Fragen im Globalen Süden ist derzeit in Bonn und berichtet über die allgemeinen Ziele und Erwartungen des Klima-Weltgipfels:

„ Auf der COP23 soll vor allen Dingen ein sogenanntes Regelbuch (rule book) mit international transparenten und vergleichbaren Kriterien für die Reduktionsziele und Aktionen der Mitgliedsstaaten erarbeitet werden, um die Ziele des Paris Agreement zu erreichen. In Paris hatte sich herausgestellt, dass die Summe freiwilliger Ziele der Staaten zu einer Erwärmung von um die 3°-Celsius führen würde – also müssen zudem alle ihre individuellen Ziele nachbessern.

Fidji hat die Präsidentschaft dieser COP, und vor allem nach den Hurrikans im Frühsommer liegt das Thema „Loss and Damage“ / „Verluste und Schäden“ weit oben. Vor allem die kleinen Staaten, indigene Organisationen und Least Developped Countries wollen wissen, wie Verluste und Schäden durch plötzliche und schleichende Umweltkatastrophen, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind, quantifiziert und kategorisiert werden, wer dafür als Verursacher haftet und nach Möglichkeit Schadensersatz erstatten kann. Dafür soll ein 5-Jahres-Plan aufgestellt werden. Auch das Thema Umweltmigration ist hier eingeschlossen.

Beim Thema Klimafinanzierung für Reduktions- und Anpassungsprojekte fehlen nach wie vor noch viele der bis 2020 von den Industriestaaten zugesagten 100 Mrd. $ pro Jahr, vor allem für Anpassungsprojekte, für die weitere Finanzierungszusagen dringend benötigt werden. Auch die Perspektiven nach 2020 für den Green Climate Fund (über den der Großteil dieser Mittel läuft) und den Adaptationsfonds werden diskutiert.

Neben den offiziellen Verhandlungen der Vertragsstaaten gibt es ein riesiges Programm sogenannter Side Events, auf denen die Zivilgesellschaft, aber auch Staaten, ihre aktuellen Projekte, Studien und Forderungen vorstellen. Der thematische Schwerpunkt der Side Events am heutigen Dienstag, den 7.11., sind die indigenen Völker.“

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